Was kann ich tun?

Für folgende Aufgaben suchen wir ehrenamtliche Helfer:

  • Möbel abbauen, transportieren, lagern, aufbauen Kontakt: claudiaschwegmann(at)gmail.com
  • Arbeitssuche, Begleitung zum Jobcenter, usw. Kontakt: claudiaschwegmann(at)gmail.com
  • Betreuung Flüchtlinge im Jugendtreff (Aufsicht) Kontakt: gerhard.schierhorn(at)t-online.de
  • Personentransporte mit eigenem PKW Kontakt: gerhard.schierhorn(at)t-online.de
  • Möbeltransporte mit eigenem (kleinem) LKW Kontakt: gerhard.schierhorn(at)t-online.de
  • Dolmetscher Farsi, Arabisch Kontakt: gerhard.schierhorn(at)t-online.de

 

Allgemein –
Was kann ich – was kann unsere Gemeinde für Flüchtlinge tun?

In Hanstedt, Egestorf, Asendorf und Marxen gibt es mittlerweile insgesamt 5 Flüchtlingsunterkünfte mit mehr als 200 Flüchtlingen; in Brackel laufen im Herbst 2015 die Vorbereitungen für eine weitere (6.te) Flüchtlingsunterkunft an. Daneben werden auch schon private Quartiere für Asylbewerber und anerkannte Asylbewerber genutzt.

Viele dieser Flüchtlinge haben ihre Heimat, ihre gewohnte Umgebung, Sippe und Familie verloren, um ihr bisschen Leben, ihre körperliche und seelische Unversehrtheit zu retten oder zu bewahren. In den Unterkünften treffen sie wiederum auf Menschen, die ihnen ganz fremd sind – vom Aussehen, der Sprache, der Religion, von Sitten und Gebräuchen her. Die Betroffenen stehen also nicht nur den Menschen des Aufnahmelandes fremd gegenüber, von dem sie ja nicht oder kaum wissen, wie lange es Aufnahme gewähren wird. Die meisten ihrer Mitbewohner sind ihnen genauso fremd. All das und die ungeklärte Situation machen Angst. Menschen gehen mit ihrer Angst unterschiedlich um: manche depressiv, manche aggressiv gegen sich oder andere. In jedem Fall brauchen sie Menschen, die um ihre Situation wissen und sich in sie einzufühlen versuchen.

Es gibt viele Möglichkeiten für diejenigen, die das Dasein von Flüchtlingen in ihrer näheren oder weiteren Umgebung als Bewährungsprobe oder Herausforderung auffassen, von der man nicht zur Tagesordnung übergehen kann.
Besuchen, einladen, begleiten, feiern – alles, was uns dazu bringt, den Menschen selbst persönlich zu begegnen wird helfen, Ängste abzubauen auf beiden Seiten!
Wenn die Sprache am Anfang ein Hindernis scheint: Unsere Gesichter, unser Anklopfen und Kommen sind zunächst Zeichen genug und auch „mit Händen und Füßen“ kann man sich gegenseitig verständigen. Manchmal gilt’s dann Notwendiges zu tun und zu erfahren. Das wird von Flüchtling zu Flüchtling, von Familie zu Familie verschieden sein.

Aber zu leiden haben alle an der Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften und eingeschränkter Bewegungsfreiheit in den Aufenthaltsbereichen. Schon ein versäumter Termin bei den Behörden kann zur Katastrophe, sprich zur Ausweisung führen; Abhängigkeit von Sozialhilfe bei gleichzeitiger Untätigkeit, trotz (theoretischer) Arbeitserlaubnis; zermürbendes, oft über Jahre sich hinziehendes Warten auf die endgültige Entscheidung über den Asylantrag.

Was brauchen solche Menschen? Jedenfalls mehr als das Recht auf Asyl. Sie brauchen Bekannte, Freunde, die mitgehen, mittragen, mitweinen. Sie brauchen Begegnungsmöglichkeiten – z.B. in Gemeindehäusern – wo sie einander, aber auch ihre deutschen Nachbarn besser kennen lernen können. Zeiten und Räume, in denen man miteinander reden kann, sich austauschen, Fragen stellen, Probleme bedenken, Lösungen gemeinsam vorbereiten kann. Und sie brauchen sicher auch den Besuch bei sich „zu Hause“!

Im Folgenden werden eine Reihe von praktischen Möglichkeiten aufgezeigt.
Auf eine wichtige sei hier besonders hingewiesen. Es ist gut, wo es irgend möglich ist, miteinander, wo nicht füreinander Gottesdienst zu feiern. Die Bibel ist voller Texte, die Wander-, Flucht- und Asylgeschichten erzählen. Es gibt dort auch Danklieder von gelungener Flucht und erhaltenem Asyl. Wer Wanderung, Flucht, Asyl im Horizont des Gottes bedenkt, der sich auf den Weg zu den Menschen gemacht hat und menschlich geworden ist, der wird vielleicht nicht mehr so leicht resignieren, wird erfahren, dass er Bundesgenossen hat und so frei werden das zu tun, was das Bibelwort meint, wenn es sagt: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelg. 5,29). Und wenn „Christus unser Friede“ ist (Eph. 2,14/), dann sind wir frei, füreinander (und miteinander) zu beten und zu arbeiten.

Konkrete Begegnungsmöglichkeiten und Inhalte der Arbeit

Was hier an Anregungen zusammengetragen wurde, hat Beispielcharakter. Es wurden die Anregungen gesammelt bei Gesprächen mit Asylkreisen in Gemeinden

Allgemeine Kontakte

Kontakt mit den Flüchtlingen in ihren Unterkünften aufnehmen, sie begrüßen und uns vorstellen. Kontakt zu dem
Betreiber der Unterkunft (Human Care) und der zuständigen Stelle im Rathaus (Bürgerservice, Herr Schwanemann)
aufnehmen.

Gemeinsames Feiern

Besonderes Begegnungsfest, Treffen von Einheimischen und ausländischen Mitbürgern im Internationalen Café, Geburtstagsfeiern, kirchliche Feste, etc.

Gemeinsame Aktivitäten

Ausflüge, Wanderungen, Einbeziehung in die Vorbereitung von Festen, Vereinstätigkeit, Sport, Renovierung des Wohnraums etc., Spielenachmittage organisieren, gemeinsam Kochen

Vermittlung von Grundkenntnissen in der deutschen Sprache

Konversationsangebote, ehrenamtlicher Sprachunterricht, Bereitstellung von finanziellen Mitteln zum Sprachunterricht, Beschaffung von geeignetem Lehrmaterial, auch Beschaffung von Kinderbüchern, etc.

Kennenlernen des Umfeldes

Dorf, Stadt, Kreis, Sehenswürdigkeiten, Freizeitangebote, Einkaufshilfen, Begleitung zu Ärzten, etc.

Beratung und Vermittlung von Hilfen bei Asylrechtsfragen

In Absprache mit den Sozialbetreuern von Human Care: Vermittlung von Verfahrensberatung, Einzelfallbegleitung, Vermittlung bei Familienzusammenführung, Weiterwanderung oder Rückkehr, Vermittlung eines Anwalts etc.

Hilfe bei Schulausbildung von Kindern

Hausaufgabenhilfe, Nachhilfe und Vertiefung, Beschaffung von Lehrmitteln, Organisation und Finanzierung von Transportmitteln zur Schule, Kontakt zur Schule etc.

Vermittlung von Hilfen

Kleidung, Haushaltsgeräte, Möbel, Fahrräder (Fahrradwerkstatt!), Literatur, Zeitungen in der Heimatsprache, Hilfe bei Umzügen, etc.

Vermittlung unseres Verwaltungs- und Rechtssystems

Behörden, Staatsform, Rechtssystem, Vereine, Verbände, Versicherungssystem, Bildungswesen, Arbeitserlaubniswesen, Schulsystem, Sozialwesen, Gewerkschaften etc.

Vermittlung und Verständnis wecken für die Situation der Einheimischen und der Flüchtlinge:

Gesprächsarbeit, Informationsveranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit etc., Projekte in der Schule

Kontakte zu Kirchengemeinden

Begegnung mit Gemeindegliedern, Gottesdienste, Einladung in Pfarrgemeinderatssitzungen und Beratung der Hilfsmöglichkeiten etc.

Vermittlung von Kontakten zu Vereinen

Sport, Kultur, Exilvereine, Flüchtlingsräte etc.

Beratung in allen Lebenssituationen

Gesundheitsfragen, persönliche Probleme, Konfliktsituationen, Suchtprobleme, Schwangerschaft etc.
Besondere Aufmerksamkeit für Frauen und Kinder und Jugendliche.